In Peeropolis

Kornelius Friz | Kulturjournalist

„Whenever I’m alone with you / You make me like I am home again“ singen die sieben Männer leise. In bunte Pullover gezwängt, sitzen sie nebeneinander. Abgefunden haben sie sich, mit einem Leben abseits der Realität, abseits auch von Wohlstand und Glück. So hoch wollten sie hinaus, wollten Kaiser werden, reich sein, die Welt erobern. Und nicht zuletzt Solveig! Die angebetete Solveig war das Ziel aller Träume. Der phantasievollen Träume des Peer Gynt. Gleich sieben Männer stellen ihn dar: „Lacht sich tot. Zeigt sein Schmelzlöffel. Schlägt um sich.“ Gegenseitig geben sie sich Regieanweisungen. Zwei von ihnen beweisen einander, welcher der echte Peer Gynt ist, doch keiner von ihnen ist nicht Peer Gynt.

Überhaupt, diese Bühne! Mit sieben Äxten schlägt das Ensemble auf sie ein, doch sie gibt nicht nach. Diese Bühne (Ramallah Aubrecht) ist unschlagbar: Eine Welle von Schaum ergießt sich schon über den ersten Monolog. Jedes Bild – egal ob Trollwelt, Kapitalistan oder einfach nur Gischt, in Sepia auf den weißen Vorhang geworfen – jedes Bild beeindruckt durch die Fluidität des Materials.

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Foto © Rolf Arnold