Auch Bushido hatte es nicht leicht

Mit der Behauptung, der Penis sei die Ursache für den menschengemachten Klimawandel und weniger ein anatomisches Organ als vielmehr ein „soziales Konstrukt“ (und als solches natürlich ein Problem), versetzten Jamie Lindsay und Peter Boghossian kürzlich die Geschlechter-Forschung in Aufregung. Das war, wie sich bald herausstellte, Nonsens. Der in das Open-Source-Journal „Cogent Social Sciences“ eingeschmuggelte Aufsatz war eine bewusste Fälschung, die das wirtschaftliche Interesse von Open-Access-Zeitschriften bloßstellen sollte, denen anscheinend jeder Unsinn untergejubelt werden kann, solange er einen bestimmten Duktus und Konsens bedient.

Fundierter waren da schon die Beiträge der Stuttgarter Tagung „Männlichkeiten zwischen Kulturen“ des Arbeitskreises für interdisziplinäre Männer- und Geschlechterforschung. Thematischer Anlass waren die Vorfälle der Kölner Silvesternacht. „Der als fremd wahrgenommenen Männlichkeit wurde das Etikett des Archaischen, Vormodernen angeheftet“, schrieb der Historiker Martin Dinges weiter, sei nach Köln für einen fremdenfeindlichen Diskurs missbraucht worden. Wobei es hier auch differenziertere Stimmen gab. Einig war man sich immerhin in der Ablehnung der These einer „toxischen Männlichkeit“, die auch in dem benannten Hoax beschworen wird. Überhaupt wurde in Stuttgart durchgehend von Männlichkeiten im Plural gesprochen. Der Begriff scheint mindestens so vielfältig zu sein wie die Fachrichtungen der Referenten.

Trotz unterschiedlicher Methoden waren sich die meisten Redner in den Prämissen auffallend…

[Vollständiger Artikel als PDF]

Bild ©© lizenzfrei